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Kostbarkeiten des Wiener Wahlkampfes

Ein sehr exotisches und sehr dunkelhäutiges Paar, gerade noch dürftig mit Unterwäsche und Schuhen „bekleidet“, wird in intimer Stellung zueinander abgebildet — Werbeauftritt der neuen kleinen Linkspartei Övp beim aktuell verflossenen Landtagswahlkampf. Und wieder einmal sind die Sozialisten bereits den entscheidenden Schritt weiter: zwei bis auf Krawatte und Aktentasche nackte Männer halten einander am Geschlechtsorgan; das Plakat teilt uns mit, daß ein gewisser Sina für die Partei des Bürgermeisters kandidiert und eine Vorzugsstimme bekommen möchte. Begründung: er würde sich auch um die „kleinen Dinge“ kümmern. Die reizende Szene dürfte belegen, wo derzeit die Qualifikationen für politische Karriere liegen. Besondere Freude bereitet gerade in diesem Zusammenhang, daß auch ein Priester (in legerem Zivil abgebildet), der Bundespräses von „Kolping Österreich“ nämlich, offen wahlwerbend für die Sozialisten auftritt. Es ist kaum anzunehmen, daß Erzbischof Schönborn hier maßregelnd eingreifen wird; Distanzierungen und Kampfmaßnahmen von seiner Seite dürften sich auf unangepaßte Konservative und eigenwillige Lebensschützer beschränken. Jener linksverdriftete Kleriker scheint mittlerweile eher typisch für die Gesinnung unter „Katholischen“ Funktionären zu sein. Auch ein hochrangiger Mitarbeiter der „Katholischen“ Aktion der Erzdiözese ist bei der Wien-Wahl ähnlich politisch auffällig geworden; er agiert für die „Grünen“. Diese wiederum bekennen sich „mutig“ zu „gleichem Recht für gleiche Liebe“, was längst schon von allen im Nationalrat befindlichen politischen Parteien mit Ausnahme der bislang unbelehrbaren Freiheitlichen vertreten wird, welche alleine noch rechtliche Bevorzugungen für homosexuelles Konkubinat ablehnen. Diese Partei dürfte somit als einzige noch zum Schutz der rechtlichen Stellung der Ehe und damit zu den Forderungen des Kirchlichen Lehramtes stehen, was freilich bei den derzeitigen Kirchlichen Amtsinhabern auf wenig Gegenliebe zu stoßen scheint. Der medial sehr protegierte und als extrem modern geltende Caritas-Direktor Landau sieht das Ergebnis der Wiener Landtagswahl als „Folge von Versäumnissen“; er meint, daß man „klar widersprechen“ müsse, „wenn Ängste geschürt werden“ („Kurier“ 30.10.2005), womit er wohl, wie wir jetzt einmal unterstellen, nicht die linke Hetze gegen die Fpö meint und den Wahlsieg der Sozialisten bedauert, sondern den immigrationskritischen Wahlkampf der Fpö und deren Wahlerfolg anspricht. Die bereits genannte „Katholische“ Aktion hat sich scharf gegen das mit Bildnis des Stephansdomes versehene Wahlplakat der Freiheitlichen geäußert. Keine derartige Äußerung nahmen wir hingegen bezüglich der Wahlplakate der Wiener Sozialisten wahr, deren Spö-Schriftzug in eine Linie einmündete, welche auch den Stephansdom darstellte. Und auch das im „Internet“ zu sehende manipulierte Bildnis des Stephansplatzes in Wien, auf dem der Dom wegretuschiert ist (linksalternative „Homepage“), scheint bei „Katholischen“ Stellen keinerlei Protest hervorgerufen zu haben; dabei ist die Botschaft kaum zu mißdeuten: die Linke wünscht sich eine Stadt ohne Kirchen und eine Gesellschaft ohne Christentum.

Radio Stephansdom revolutionär

Immer wieder fällt der von Erzbischof Schönborn in Wien eingerichtete Kirchliche Sender „Radio Stephansdom“ durch betonte Anbiederung an Zeitgeistiges auf. Wahrscheinlich als Ausgleich für’s „Frommsein“ gedacht. Als jüngste Darbietung aus dieser Sparte wurde uns dort die Bewerbung einer „Oper“ mit dem Titel „Ca ira“ zu Gehör gebracht.  Wir kennen den Inhalt des anläßlich der Zweihundertjahrfeier der französischen revolution komponierten Stückes nur aus Andeutungen, freilich ist der Titel vielsagend. Aus dem Französischen übersetzt (der Kardinal beherrscht es ganz ausgezeichnet, wie wir wissen, er müßte eigentlich sofort erkennen, worum es sich handelt) heißt es: „Es wird gehen“.  Es war dies der Kehrreim eines damals angestimmten Gesanges, welchen der terroristische Pöbel vorzugsweise dann ertönen ließ, wenn er Massaker an Wehrlosen zu veranstalten gedachte. „Es wird gehen, es wird gehen — mit den Aristokraten an die Laternen“ lautet der vollständige Refrain. Die französische revolution steht für eine Fülle an solchem Liebreiz — für Kulturkampf, Totalitarismus, revolutionären Terror, verbrecherischen Angriffskrieg, Völkermord. König Ludwig XVI. brachte man schließlich um, weil er zuletzt noch den antikirchlichen Gesetzen der erleuchteten Verfechter der Moderne Widerstand entgegensetzte. Die Kinder des Königspaares trennte man von den Eltern. Den Thronfolger, noch nicht zehn Jahre alt, zwang man, in einem niederträchtigen Schauprozeß gegen die eigene Mutter auszusagen. Die mutigen Revolutionäre quälten den Buben insgesamt über zwei Jahre hinweg langsam zu Tode. Seiner Schwester blieb dies deshalb erspart, weil sie gegen von den Österreichern eingefangene Revolutions-Terroristen ausgetauscht wurde. Zahlreiche Priester erlitten das Martyrium, da sie sich weigerten, den „Eid“ auf die revolutionäre „Verfassung“ zu leisten, was gleichbedeutend mit dem Abfall von Rom gewesen wäre. In ganz Frankreich verwüstete man die Gotteshäuser; Cluny, das größte Kloster der Christenheit, wurde damals niedergerissen. Eine revolutionäre Zeitrechnung wurde eingeführt, um die Zeitrechnung nach Christi Geburt auszulöschen. Nur eine kleine Auswahl. Grund genug also, um in „Radio Stephansdom“ für „Ca ira“ zu werben. Oder hat man das alles dort vielleicht gar nicht gewußt? Nur schlichte Inkompetenz und nicht direkt böse Absicht? Vielleicht würde man ja auch ein Stück mit dem Titel „Die Fahne hoch“ bewerben und nicht ahnen, daß es sich um eine „Ns-Oper“ mit dem Sa-Mann Horst Wessel als Haupthelden handeln könnte.

Geschlechtergerecht

Nach ihren leider nur mehr als schwachsinnig zu bezeichnenden Plänen zur Umschreibung des Textes der Bundeshymne hat Vp-FrauenministerIn Rauch, offenbar in Ermangelung sinnvoller Tätigkeit, ein neues Interessensfeld gefunden: Gesetzestexte sollen nach dem Wunsch der Ministerin nun „geschlechtergerecht“ umformuliert werden („Presse“, 20.10.2005). Ein konkreter Vorschlag des Ministeriums bezieht sich, wie die Medien berichten, auf die Einführung von Paarformen wie etwa „Fremde/r“ bei dem neuen Staatsbürgerschaftsgesetz. Denn Frauen müßten in der Sprache „sichtbar“ gemacht werden, wie die scheinlogische Begründung des Ansinnens lautet. Immer wieder übernehmen führende Vp-Politiker (da zur Erschließung richtiger Weltanschauung und rechter Maßstäbe offenkundig die Befähigungen nicht mehr gegeben sind) die Vorgaben linker Gesellschaftsveränderung. Hier haben wir es mit einer der zahlreichen Unsinnigkeiten zu tun, die den linken Postulaten von Geschlechterkampf und Gleichheits­wahn entspringen. Die nach den Wünschen der Linken allgemein vorzunehmende Verunstaltung der Sprache aber ist schädlich, vergeudet wertvolle Substanz und ist präzise eben das nicht, was sie vorgibt zu sein: geschlechtergerecht. Denn Gerechtigkeit, wie man dann weiß, wenn man sich mit der Christlichen Scholastik beschäftigt hat, bedeutet nicht „Jedem das Gleiche“, sondern „Jedem das Seine“. Eine anständige Familienförderung würde den Frauen sehr viel, eine aufwendige Sprachverformung, die überall Feminismen implantiert, gar nichts bringen. Und das ist die Essenz der herrschenden Politik der letzten 35 Jahre und auch jene der Regierung Schüssel: Unsinniges, Schädliches, Zerstörerisches wird eifrig betrieben; Stabilisierendes, Aufbauendes, Vernünftiges wird unterlassen und bekämpft. Vernunftgerecht hingegen wäre es, würde sich diese Regierung nicht mit feministischer Textgestaltung abgeben, sondern sich endlich einer guten und gedeihlichen Verwaltung des Landes zuwenden — etwas, wofür sie eingesetzt wurde und was sie der (im Gegensatz zur FrauenministerIn) schwerarbeitenden Bevölkerung bis jetzt weitgehend schuldig geblieben ist. Vernunftgerecht wäre es auch, Frau Rauch sofort der Bürde ihres Amtes zu entheben und auch ihr Ministerium ersatzlos einzusparen.

Totengedenken

In der Hauptstadt Japans befindet sich der Yasukuni-Schrein, dem Gedächtnis der Kriegstoten des fernöstlichen Kaiserreiches gewidmet. Immer wieder erregen vorzugsweise konservative Politiker des Landes, die darauf bestehen, den Schrein aufzusuchen, damit internationale Proteste, zuletzt heuer im Oktober. Das ist bedauerlich. Selbst wenn dort tatsächlich unter anderem Kriegsverbrecher beigesetzt sein sollten — und wer damals in Japan Kriegsverbrecher war, definierten bekanntermaßen die Sieger — ist es unangebracht, die Ehrung und das Gedächtnis von Toten, für die ein ganzes Volk einsteht, der Kritik zu unterziehen. Auch England und die Vereinigten Staaten ehren ihre Soldaten und setzten ihnen Denkmäler, obwohl sich unter diesen Kriegsverbrecher benennen ließen, (vorzugsweise bei ihren für die Terrorbombardements mitteleuropäischer Städte im Zweiten Weltkrieg Verantwortlichen). Insbesondere Us-amerikanische und europäische Linksmedien vertreten die Auffassung, Japan leugne seine Kriegsschuld und habe sich nie für Kriegsverbrechen wie etwa den Massenmord von Nanking entschuldigt. Abgesehen davon, daß seit langem immer wieder solche Entschuldigungen erfolgt und nicht beachtet worden sein dürften, lädt dies beständige Insistieren zu einem Vergleich ein (und Vergleiche sind bekanntlich eine zentrale Methode des Gewinnens von Erkenntnis). Wenn wir jetzt einmal als ein Beispiel von vielen die Usa herausgreifen, so haben sich diese unseres Wissens niemals für die von ihnen zahlreich ausgeübten machtpolitischen Erpressungen und geführten Angriffskriege entschuldigt. Und da ließe sich einiges anführen: etwa die gewaltsame „Öffnung“ Japans für die Us-Handelsinteressen 1854 (was Japan erst dazu nötigte, sich aus dem friedlichen Mittelalter selbstgewählter Isolation heraus zu einer expansiven Großmacht zu entwickeln); etwa der von den Usa zu verantwortende spanisch-amerikanische Krieg von 1898 (der zur Erbeutung Kubas, Guams, Puerto Ricos und der Philippinen durch die Usa führte); etwa der Eintritt in den Ersten Weltkrieg in Gegnerschaft zu Deutschland und Österreich (was unsere Niederlage und zugleich den Aufstieg der Usa zur Weltmacht bedeutete); oder etwa der militärisch ungerechtfertigte Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Verbrechen hat wohl jede Großmacht der Weltgeschichte auf sich geladen, die eine mehr, die andere weniger; das ständige und verlogene Heischen nach einseitigen Entschuldigungen hat endlich ein Ende finden. Und das Totengedenken, ob dies nun in Japan stattfindet oder in Österreich und sogar, wenn es in den angelsächsischen Ländern geschieht, sollte aus Gründen der Pietät keiner Beeinspruchung unterliegen. Kaiser Karl V., gewiß kein Freund Luthers, lehnte ab, dessen Grab zerstören und seine sterblichen Reste verbrennen zu lassen; der Herrscher wird mit den Worten zitiert: „Ich kämpfe nicht gegen Tote“. Man kann Personen und ihr politisches Wirken schärfstens ablehnen; man kann legitimerweise kaum Einwendung erheben, wenn jemand an ihrem Grab betet. Und es sieht so aus, daß sich unter anderem aus diesem Grund die Japaner den Besuch des mittlerweile weltberühmten Schreins nicht verbieten lassen.

General Franco

Heuer jährte sich zum dreißigsten Mal der Todestag des Spanischen Staatschefs und Soldaten Francisco Franco y Bahamonde. Geboren 1892 in El Ferrol, gestorben am 20. November 1975 in Madrid. Aufgrund überragender Kompetenz und Couragiertheit 1926 bereits General, jüngster der Spanischen Armee; als solcher rasch in die innenpolitischen Unruhen der Zeit verwickelt; 1934 führend an der Niederwerfung der links­terroristischen Revolte in Asturien beteiligt. Im 1936 von der Linken losgetretenen Bürger­krieg einer der maßgeblichen Köpfe der konservativen Militärerhebung. Chef der provisorischen Nationalregierung und Oberkommandierender der Armee im Kampf gegen die vereinte und massiv durch die Sowjetunion unterstützte (und unterwanderte) Linke. Ziel der Linken die Umwandlung Spaniens in eine totalitäre kommunistische Gesellschaft; Ziel der Konservativen die Bewahrung von Spaniens traditioneller Kultur, Religiosität und staatlicher Einheit. Gegenüber den enormen Materiallieferungen der Sowjetunion und der großen Zahl an fanatisierten „Interbrigadisten“, die aus allen möglichen Staaten eintreffen, um für die Linke kämpfend in den Bürgerkrieg einzugreifen, vermag Franco große Teile der Bevölkerung zu mobilisieren und deutsche wie auch italienische Hilfe zu erlangen. Nach siegreicher Beendigung des Bürgerkrieges (1939) gelingt es Franco, von beiden Seiten ebenso umworben wie bedroht, das Land aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten und eine bis zu seinem Tod stabile politische Ordnung auf Grundlage der Katholischen Soziallehre einzurichten. Die von Franco noch selbst eingeleitete Rückkehr zur bourbonischen Monarchie konnte die Fehlentwicklungen, denen die Spanische Gesell­schaft heute ausgesetzt ist, nicht verhindern; doch mag das Wirken der Dynastie vielleicht zukünftig noch von Segen sein. Spanien hat Franco rund vier Jahrzehnte friedlicher Entwicklung und guter Regierung zu danken. Heute als böser Militärdiktator verschrieen, dem als Verbrechen angerechnet wird, daß er linken Umsturzversuch verhindert und die Kräfte der Destruktion gemaßregelt hat, war er in Wahrheit Spaniens bedeutendster Staatsmann im 20. Jahrhundert.