Splitter

Anmerkungen zur Eu  I

Marillenmarmelade, Erdbeermarmelade, Brombeermarmelade, Ribiselmarmelade, Himbeer­marmelade, Preiselbeermarmelade, Stachelbeermarmelade etc. Und: Buttiglione zum­ Eu-Kommissar subito! Volksabstimmung auch in Österreich! Weg mit der Verfassung — Vive la France!

Anmerkungen zur Eu  II

Otto von Habsburg wird mit dem Satz zitiert: „Europa muß wachsen wie ein Baum, man kann es nicht hinstellen wie ein Hochhaus.“ Das ist im Kontext heutiger Geschehnisse in Europa eine überaus aktuelle Mahnung. Der Hohe Herr plädiert überdies für eine Verfassung der fünf Blätter statt eines Dokumentes von 382 Seiten. Auch dies hat viel für sich. Womit wir bei der doch ziemlich eindeutigen Ablehnung wären, auf die jene von den liberalen und antikatholischen Regierungen Europas verordnete kontinentale Verfassung bei der davon betroffenen Bevölkerung stößt. Dazu zunächst: Eine Verfassung, in der man sich weigert, Gott Ehrerbietung zu erweisen und das historische Faktum der Christlichen Prägung des Kontinents in einer Präambel festzustellen, ist ein Skandal und eine Niederträchtigkeit und hat eine Zustimmung nicht verdient. Sodann: Österreich hat Souveränitätsrechte an die Eu abgetreten; im Ausgleich dafür wurde den einzelnen Staaten ja ein Veto-Recht zuerkannt; genau dieses soll nun aber massiv abgebaut werden. Die Regierung Schüssel hat zwar dieses Veto-Recht bisher nicht genützt — beim Beitritt der Benesch-Dekrete zur Eu wäre solch ein Veto ja überaus angebracht gewesen — aber die theoretische Möglichkeit, bei massiver Verletzung der Interessen der Bürger Österreichs einen Einspruch durchzusetzen, ist immerhin noch gegeben. Noch. Denn laut Verfassungsentwurf soll ja hier nunmehr statt des Vetorechts weitgehend „qualifizierte Mehrheitsentscheidung zur Anwendung“ kommen. Sodann ist die „Charta der Grundrechte“ im Verfassungsentwurf abzulehnen: politisch eindeutig mißbrauchte Begriffe wie etwa „Gleichheit von Frauen und Männern“ (was soll das eigentlich heißen) und „Nichtdiskriminierung“ finden darin Aufnahme. In der politischen Praxis von heute verknüpfen sich mit diesen Begriffen von der rechtlichen Bevorzugung gleichgeschlechtlicher „Ehen“ einschließlich eines homosexuellen „Adoptionsrechtes“ für Kinder bis hin zu bereits absehbaren „Antidiskriminierungsgesetzen“, mit welchen künftig die Anstellung politisch korrekter Quotenpersönlichkeiten in Privatbetrieben erzwungen werden sollen, eine Fülle frecher gesellschaftspolitischer Zumutungen und linker Wahnideen (— kaum mehr etwas ist absurd genug, als daß man nicht befürchten müßte, daß es Realität wird —), die nun offenbar durch Verfassungsbestimmungen auch noch rechtlich einzementiert werden sollen. Vom Schutz des ungeborenen menschlichen Lebens ist, soweit wir feststellen konnten, nirgends die Rede. Europa ist in einem Dilemma: Es sollte durchaus Handlungsfreiheit gegenüber der Weltmacht Usa, dem immer noch als bedeutende Macht existierenden Rußland (dessen völliger Verfall überdies vermutlich ganz und gar kein Segen wäre) und den heranwachsenden asiatischen Großmächten behaupten; daß eine der Grundlagen dafür eine gesunde Wirtschaft ist, versteht sich von selbst. Die herrschenden Liberalen wünschen nun, dies auch zum guten Vorwand nehmend, einen weitreichenden Ausbau des Eu-Zentralismus zur Durchsetzung ihrer Weltanschauungsdiktatur und ihrer sehr speziellen Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Kapitalistischer Ausbeutung wird die Konsumierung von Tradition, gewachsenen Sozialstrukturen, kulturellem Erbe und regionaler Eigenheit ermöglicht, und Störungen dabei werden zunehmend kriminalisiert. Ein starkes Europa wäre wünschenswert. Aber zentralistisch verschärfte linksliberale Gesinnungsbevormundung, durch schrankenlosen „Wettbewerb“ drangsalierte Menschen und korrupte Bonzenwirtschaft — das ist kein Europa, auf das wir Wert legen. (Apropos Bonzenwirtschaft: Gehalt des „Präsidenten“ des Eu-„Verfassungskonventes“, des Liberalen Giscard d´Estaing, wie man liest: 23 000.— Euro monatlich. Gehalt seiner zwei nicht weniger liberalen Vizepräsidenten: 21 000.— Euro monatlich. Spesen der 105 „Konventsmitglieder“ pro Sitzungstag zusammen: 100 000.— Euro, wobei 52 Sitzungstage angefallen sein dürften. Die

Gesamtkosten für den wundervollen „Eu-Verfassungsprozeß“, bestehend aus einem „Grundrechtskonvent“, 15 Monaten „Verfassungskonvent“, einem „Eu-Gipfel“ 2003 und noch einem „Eu-Gipfel“ 2004 werden auf 12 Millionen E geschätzt. Österreich seit dem Eu-Beitritt: anscheinend höchste Arbeits­losigkeit seit 1945, jedenfalls sinkende Durchschnittseinkommen, massive Teuerung, massives Bauernsterben, steigende Armut, voranschreitende Umweltzerstörung und Transitbelastung; dafür dürfen wir auch immer mehr in die unauslotbaren Eu- und diverse andere Börsen einzahlen und uns permanent und gegen die historischen Fakten als Nazi-Land beschimpfen lassen). Ein Europa der Vaterländer, das sich überdies seiner Christlichen Wurzeln wieder bewußt wird, soll wachsen können. Einem „Europa“ gegenüber, das eine verlogene Verfassung proklamiert, unter deren scheinmoralischen Grundrechtsbeteuerungen permanent zur Schändung der Menschenwürde und zur Einführung globalkapitalistischer Sklavenwirtschaft angesetzt wird, ist Widerstand überaus angebracht.

Nuntiaturbericht

Die seit kurzem agierende, aber schon überaus verdienstvolle Katholische Nachrichtenagentur „Kreuznet“ berichtete im Mai dieses Jahres auf ihrer sehr empfehlenswerten Pagina domestica  www.kreuz.net über den für den hiesigen Modernismus äußerst unangenehmen Schlußbericht des von 1976-1985 in Wien amtierenden Apostolischen Nuntius Mario Cagna. Dieser, bislang als seichter Karrierediplomat, liberaler Mitläufer und willfähriger Kardinal-König-Freund angesehene Erzbischof dürfte über verborgene und jetzt erst zu Tage tretende Seiten verfügt haben, welche seine Person in ganz anderem Licht darstellen; mehrfach erfreulich, da dieser Bericht sowohl für Qualität und Unbestechlichkeit der Kirchlichen Diplomatie zeugt, als auch sein Urteil in Zusammenhang mit gegenwärtigen Verhältnissen schwer wiegt. Cagna adressierte diesen Bericht 1985 an den damaligen Kardinal-Staatssekretär Casaroli und zieht in ihm ein Resume über die Lage des Katholizismus in Österreich am Ende der Ära König. Der Nuntius ist um nüchterne Würdigung auch einiger positiven Seiten bemüht, kann aber nicht umhin, all das aufzulisten (und er analysiert treffend), was man in Summe nur als massiven Niedergang bezeichnen kann. Von der Politik: „ … das Schlimme liegt teilweise in den Sozialstrukturen und Gesetzen, die vom politischen Laizismus („Aufklärung“, zeitgenössischem Sozialismus“) geprägt sind; dieser zersetzt die in diesem Land auf großer Tradition beruhenden Christlichen Werte“. Von den Bischöfen: sie seien manchmal „ … zu vorsichtig und ängstlich gegenüber Theologen, Pastoralgremien, Journalisten und der öffentlichen Meinung.“ Von den Laien: „In jeder Ecke der Katholischen Gemeinschaft kommt es zu Sitzungen und Diskussionen, die Zeit verschwenden, anstatt zu agieren und zu beten. Es wird auseinander dividiert, anstatt die Einheit zum Keimen zu bringen. Die meisten der führenden Laien werden vom Wiener Weihbischof Krätzl unterstützt, sie sind alle ideologisch subversiv, gegen hierarchische Strukturen und zu offen nach allen Richtungen.“ Von den Theologischen Fakultäten: „Jene in Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck und Linz … bieten ein fragwürdiges Bild. Es wird profillos und rückgratfrei gelehrt, besorgniserregend vor allem der Unterricht in Moraltheologie … „ (Namen werden genannt), „… die immer mehr im Gegensatz zur Kirchlichen Lehre steht … Man begreift nicht, wie die Bischöfe dies zulassen können.“ Lobend hervorgehoben wird einzig der Moraltheologe Andreas Laun, der nach Meinung des Nuntius eigentlich in Wien lehren sollte, aber dem amtierenden Erzbischof König „zu Römisch“ sei. Von den Laien-Theologiestudenten: „Diese … polemisieren gegen die Kirche. Ihre liberale Art zu denken und zu leben schafft eine schädliche Atmosphäre für die Seminaristen und Religionslehrer und sogar in den Pfarren, wo sie als Pastoralassistenten tätig sind.“ Von den Kirchlichen Bildungseinrichtungen: „ … zersetzen den Glauben, säen fragwürdige Ideen … laden zu Veranstaltungen ein mit dubiosen Referenten, die in offener Opposition zur Kirche stehen.“ Von den engagierten Laien: „Der Verwaltungsapparat wird von vielen gut bezahlten Laien administriert … eine gewaltige bürokratische Maschinerie beschäftigt dem Geiste Jesu Christi entfremdete Funktionäre.“ Der Bericht schließt mit der Feststellung: „Diese aktuelle Situation läßt keine Illusionen auf eine rasche Gesundung der Kirche in Österreich zu. Es wird Jahre brauchen und tapfere Bischöfe und Heilige, die mit Vorsicht, aber Bestimmtheit … die Strukturen zu ändern und die Personen auszutauschen imstande sind.“ Leitenberger, Chefredakteur der amtlichen und relativ weit links stehenden Kirchlichen Nachrichtenagentur „Kathpress“ hat, wir sind darüber nicht erstaunt, Zweifel an der Echtheit des Berichtes geäußert und behauptet, dieser sei nie abgeschickt worden. Unsere Informationen lauten hingegen anders. Die Unruhe in sinistren Kreisen ist verständlich; die Existenz und die Veröffentlichung dieses Berichtes ist auch ein Rückschlag für all jene Kräfte, die eine Seligsprechung des verstorbenen Wiener Erzbischofs König in Gang bringen und damit eine Hätschelgestalt des örtlichen Liberalismus und einen der Hauptverantwortlichen des Niederganges des heimischen Katholizismus zur Ehre der Altäre erheben wollen.

Der Mohr des Julius Meinl

Er war uns immer schon Teil der Heimat; gehört seit Generationen ins Stadtbild Wiens; ist uns seit den Kindertagen, ebenso wie das überaus liebenswerte Konterfei des Negers auf jenen Papieren, in welche früher Orangen eingewickelt wurden, geheimnisvoller Hinweis auf exotische Ferne und jene heißen Weltgegenden, aus welchen Südfrüchte und Kaffee kommen: Der Mohr der Firma Meinl. Der gegenwärtige Julius Meinl erkärt uns nun allerdings („Standard“ 12. März 2005), daß wir bislang einem Mißverständnis erlegen waren. Der Mohr habe gar nichts mit kolonialer Herrlichkeit zu tun und sei kein Relikt, das an Sklaverei und Unterdrückung erinnere. Nun könnten wir vice versa auch dem jungen Julius Meinl dazu einiges erklären: Etwa, daß dieses Mißverständnis früher gar nie bestanden und vielmehr erst ganz neuen Datums ist und vielleicht mehr mit seiner Person als den tatsächlichen Gegebenheiten zusammenhängt. Daß koloniale Herrlichkeit zum Beispiel weit mehr mit effizienter Verwaltung und Rechtssicherheit als mit Sklaverei und Unterdrückung zu tun hatte. Daß das geschundene Afrika von heute sich vermutlich glücklich schätzte, noch immer der Segnungen eben dieser kolonialen Herrlichkeit teilhaftig sein zu dürfen und gern dafür alle angebliche und weit weniger herrliche „Unabhängigkeit“ aufgeben würde, könnte es nur wirklich selbst darüber entscheiden. Daß die Entkolonialisierung ein Verbrechen war, und daß man hier lediglich die Interessen des internationalen Bolschewismus und diverser ebenso internationaler Konzerne bedient hat, die mit gekauften einheimischen Potentaten leichteres Spiel hatten als mit den weiland europäischen Kolonialverwaltungen. Und man könnte dem jungen Julius Meinl überdies noch sagen, daß Sklaverei ein überaus modernes Phaenomen ist, das er in den Arbeitsverhältnissen des gegenwärtigen Kahlfraßkapitalismus überall, auch in den albernen, aber gewiß klimatisierten Bureauhochhäusern Europas studieren kann. Und daß wir uns an sich nicht der Mühe einer Stellungnahme unterzogen und zum Frühstück gewiß weiter unseren Meinl-Kaffee genommen hätten, wäre da nicht noch ein Meinl-Zitat, schwarz auf rosa, gestanden: „Wir müssen uns vom Gedanken verabschieden, daß Europa je wieder weiß und christlich sein wird.“ Und das sei, so Meinl, keineswegs negativ konnotiert. Schade um einen guten Kaffee, der bislang auch nicht negativ konnotiert war; wir werden leider die Marke wechseln und uns unsererseits von Julius Meinl verabschieden müssen. Aber der Mohr wird uns lieb und teuer bleiben.

Nobelpreis debil

Immerhin sind auch wirklich klangvolle Namen darunter: Henryk Sienkiewicz (1905), Selma Lagerlöf (1909), Knut Hamsun (1920), Winston Churchill (1953) und Alexander Solschenizyn (1970) darf man tatsächlich zu den Großen der Weltliteratur rechnen. Ernst Jünger freilich hat ihn nie bekommen, immerhin der bei weitem bedeutendste deutschsprachige Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Von den bisher etwa hundert Literaturnobelpreisträgern sind eine nicht unerhebliche Anzahl literarisch unbedeutend; die Ausnahmen bestätigen jene lange schon geltende Regel, welche von der deutschen Tageszeitung „Die Welt“ in Zusammenhang mit der jüngsten Nobelpreiszuerkennung an die linksextreme Pornographin Jelinek als „normative Kraft des Halbdebilen“ gekennzeichnet wurde. Verantwortlich ist ein dreizehn Personen umfassendes Jurorenkomitee in Stockholm, das in den letzten Jahrzehnten den Literaturnobelpreis anscheinend ausschließlich nach politisch-linkskonformistischen Gesichtspunkten vergab: Gestalten wie etwa Sartre, Böll, Grass, Fo, Cela als Preisträger sind anders kaum erklärbar. Der 1896 verstorbene schwedische Chemiker und Industrielle Alfred Nobel erwarb durch die Erfindung und Herstellung diverser Sprengstoffe ein Vermögen von circa 32 Millionen Kronen, das er zum größten Teil der nach ihm benannten Nobelstiftung überantwortete. Aus den Zinsen dieses Vermögens finanziert sich bis heute der jährlich vergebene hochdotierte Nobelpreis für die jeweils „bedeutendsten Leistungen“ auf den Gebieten der Physik, Chemie, Medizin, Literatur und des „Völkerfriedens“. Wirklich gerechtfertigte heimische Nobelpreisträger, Österreich hat davon vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (der Güte des alten Kaiserlichen Schulsystems entsprechend) eine ganze Reihe gestellt, waren etwa Karl Landsteiner (1868—1943), der Entdecker der Blutgruppen, Fritz Pregl (1869—1930), der bahnbrechende Methoden der Mikroanalyse erfand, Erwin Schrödinger (1887—1961), der zentrale Forschungsergebnisse zur Atomtheorie vorlegte oder Julius von Wagner-Jauregg (1857—1940), der wesentliche Methoden zur Behandlung von Progressiver Paralyse und Kropf entwickelte. Neben dem „Friedensnobelpreis“, dessen Vergabe seit langem überwiegend als abgründige Groteske bezeichnet werden muß, hat sich mit jener Verleihung des Jahres 2004, die als Beleidigung Österreichs aufzufassen ist, auch der „Literaturnobelpreis“ nachhaltig als nicht mehr ernst zu nehmend erwiesen.