Splitter

Heitere Wahlergebnisse

Linke „Künstler“, linke Journalisten und linke EU-Politiker sind entsetzt. Über den Ausgang der Nationalratswahlen in Österreich. Erneut habe hier ein schrecklicher „Rechtsruck“ stattgefunden. Wir hingegen sind gar nicht entsetzt. Wir sind erfreut. Der Wahlausgang darf als wertvoller Akt politischer Pädagogik bewertet werden. Volkspartei und Sozialisten, die beiden Hauptverantwortlichen für jenes Niederwirtschaften des Landes, das in den letzten 38 Jahren stattgefunden hat und jetzt in seinen drastischen Konsequenzen allmählich sichtbar wird, wurden durch das schlechteste Stimmergebnis ihrer Geschichte bestraft. Ein Schritt in die richtige Richtung. Freilich: die Bestrafung erfolgte sehr verspätet und ist bei weitem noch nicht scharf genug ausgefallen. Vorzugsweise die Volkspartei ist angesichts der skandalösen Unglaublichkeiten, die sie in den letzten Jahrzehnten dem Land angetan hat, noch viel zu gut weggekommen. Erinnern wir uns der entsprechenden Weichenstellungen abwärts: Unter dem persönlich ebenso anständigen wie erbärmlich schwachen Alois Mock ließ man sich zum Steigbügelhalter einer bereits vor der Entmachtung stehenden Sozialdemokratie machen; unter Erhard Busek schwenkte dann auch noch die weltanschauliche Linie der Partei scharf nach links; und unter Wolfgang Schüssel geriet der Kahlfraßkapitalismus zum Regierungsprogramm und zu voller Entfaltung im Land, was man überdies mit üppigem Kulturbolschewismus zu kombinieren wußte. Er sei angetreten, wie Schüssel tönte, „das Land zu modernisieren“. Wohin diese „Modernisierung“ Land und Partei gebracht haben, wissen wir mittlerweile. Und wo diese Partei, die einst staatstragend und Christlich-sozial gewesen ist, heute steht, zeigt die Idee des Ex-EU-Kommissars Franz Fischler, der sich eine Koalition der Volkspartei mit den „Grünen“ und den Sozialisten wünscht, und der diese Kombination aus Linksliberalismus und Linksextremismus, der er zur Regierung verhelfen möchte, als „neu und kreativ“ einschätzt (Radio „Ö1“ 30.9.2008). Auch ein Interview des Ex-Parteichefs Molterer ist aufschlußreich, der knapp vor der Wahl doch tatsächlich öffentlichkeitswirksam äußerte, daß die Kirche kein Maßstab für ihn sei, und daß er sich in Bezug auf Akzeptanz Christlicher Moral nicht im 19. sondern im 21. Jahrhundert befände („Kath.net“ 23.9.2008). Desto schlimmer für ihn und für die ÖVP, wie festzustellen ist. Zumal die Christlich-Sozialen des 19. Jahrhunderts Wahlsiege errangen, von welchen eine Volkspartei des 21. Jahrhunderts nur träumen kann. Ob unter einem Obmann Josef Pröll eine weltanschauliche und personalpolitische Rekonstruktion der ÖVP zurück zu den Christlich-konservativen Wurzeln stattfinden wird, zurück zu Ehre, Anstand, Treue, Opferbereitschaft und Sachkenntnis, werden wir genau beobachten. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, aber wir wollen es auch nicht völlig ausschließen. Die Chance gäbe es, aber eine erneute Koalition mit der Linken im Lande mag solche Möglichkeit der Rückbesinnung rasch und schon im Ansatz verhindern — und zeigen, daß mit der Volkspartei wohl endgültig kein Staat mehr zu machen ist.

Schule

Der zweite Paragraph des heimischen Schulorganisationsgesetzes, mitunter auch „Zielparagraph“ genannt, lautet: „Die Österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den zukünftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.“ Man hört, daß dieser Text der derzeitigen sozialistischen UnterrichtsministerIn gar nicht gefällt. Sie möchte ihn weghaben. Es wird interessant sein, die Meinung der Volkspartei zu diesen Absichten einzuholen. Die schwarz dominierte Gewerkschaft der Lehrer lehnt derlei im Moment noch ab, wie man liest, was erfreulich ist und unterstützt gehört. Meditieren wir ein bißchen über den Inhalt des Paragraphen, es lohnt: Zunächst ist festzustellen, daß die Österreichische Schule nur an Erziehung und Bildung mitwirkt. Totalitäre staatliche Erziehungsmanipulation der Schüler ist also bis jetzt gesetzlich nicht vorgesehen. Sodann ist der Paragraph in seiner jetzigen Fassung eine Absage an den heute stark propagierten Staatslaizismus, da er ja auch religiöse Werte als Maßstab der Erziehung erwähnt und die sittlichen und sozialen Werte damit in Verbindung bringt. Und hält man an religiösen Prinzipien fest, hat das Auswirkungen: die Begründung der Sozialnatur des Menschen aus der Christlichen Anthropologie heraus, die Schwäche des Einzelnen berücksichtigend und auf die Pflicht zu gegenseitiger Hilfeleistung verweisend, ist beispielsweise ein guter Denkansatz gegen zahlreiche vom Liberalismus zu verantwortende Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft. Die Gesetzgeber aus früheren und besseren Jahren haben sich auch nicht gescheut, die Werte des Wahren, des Guten und des Schönen zu erwähnen. Wahrheit ist ein Begriff, der die Freidenker aller Zeiten mit Unbehagen, ja mit Wut erfüllt; Pilatus, der den Herrn fragt, was Wahrheit ist, mag gut als Beispiel dienen. Entsprechend ist die Bemühung sozialistischer Pädagogik, sich vom Begriff der Wahrheit zu emanzipieren. Auch Schönheit ist der Gegenwart nicht mehr angemessen, man betrachte nur die Hervorbringungen moderner Architektur und „Kunst“; und außerdem ist Schönheit ja „splendor veritatis“, Glanz der Wahrheit. Wahrheit „informiert“ Schönheit sozusagen, gibt ihr Form, Wesen und Gehalt. Und auch die Güte empfängt ihr Gutes von der Wahrheit, so wie die Schönheit das Schöne. Entweder formt die Wahrheit mit ihrem Abglanz, der Schönheit eben, die Materie und prägt den Menschen zum Guten, oder es herrscht die Diktatur des Häßlichen, der Nihilismus, letztlich das Böse. Schon von einer soliden Phänomenologie aus sind die zeitlichen Früchte des Wahren, Guten und Schönen zu erkennen. Nehmen wir da ganz einfache Beispiele zum Bereich Schule — sie sollte doch zu den schönen Erinnerungen and die eigene Kindheit zählen und nicht zu den abschreckenden: Schönheit der Schule, in der Wahrheit und Güte Maßstäbe des Unterrichts sind. Ästhetische Schulgebäude. Ein würdevolles, seinem Stand entsprechend auftretendes Lehrerkollegium, das den Schülern im Sinne des immer noch gesetzlich gültigen Erziehungsauftrages dient! Aufrichtiges Bemühen um den hohen Auftrag des Lehrers, das Kind grundlegend in die Welt des Wissens und der Kultur einzuführen, was diesen auch zu hohem fachlichem wie menschlichem Niveau hinführt. Und wir wissen, wie Schule heute aussieht: Dominant der Typus des ungepflegten und inkompetenten Turnschuhlehrers als Emanation der „68er“, der in Wesen, Auftreten und Bildungsstand, dem linken Pseudodogma der „Gleichheit“ folgend, vorgibt, „demokratisch“ auf gleicher Stufe wie seine Klientel zu stehen. Dominant die geschmacklosen Schul-Betonpawlatschen im Stile kommunistischer Plattenbauten, flächendeckend die gediegenen Schulbauten der Kaiserzeit ablösend. Und ein „Unterricht“, der den Erziehungsauftrag mit plattester politischer Agitation und weltanschaulicher Bevormundung verwechselt. Erkennen wir und bekennen wir uns dazu: progressive Ideologien, sozialistische Nivellierungswut wie auch der Demokratismus des schlechten Geschmacks — sie alle sind auch der Feind wahrer Pädagogik.

Ma. V.

Radio Stephansdom

Der von Erzbischof Schönborn begründete Radiosender der Erzdiözese Wien feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen. Teilweise ein Grund zur Freude — und teilweise auch kein Grund zur Freude; ambivalent, wie fast alles, was von jenem Kirchenfürsten ausgeht. In konservativen Kreisen bringt man Schönborn tiefes Mißtrauen und wenig Achtung entgegen, was angesichts aristokratischer Herkunft und hohen Bildungsgrades des Mannes vordergründig verblüffen mag, sich aber durch jene vielfältigen Widersprüchlichkeiten erklärt, für welche der grandiose Skandal obszöner Pseudokunst im Wiener Dommuseum eine der jüngsten Illustrationen ist. Auch Schönborns Radio kann als Beispiel jener Widersprüchlichkeiten dienen. „Keine Oberflächlichkeiten, sondern ein Radio mit Tiefgang“ heißt es in „Radio Stephansdom“ über „Radio Stephansdom“. „Zehn Jahre Religion, Glaube, Kirche kompetent präsentiert“. „Im Dienste großer Menschen und großer Herzen“. Das wäre wundervoll, würde man den eigenen Anspruch auch konsequent durchhalten — was allzuoft nicht der Fall ist, was wiederum nach politischer Absicht aussieht. Da gibt es etwa einen bunten Reigen an Zitaten, die das Sendeprogramm durchziehen; oft der Bibel entnommen oder auch den Kirchenvätern oder der Weltliteratur. Wirklich Großes, Gescheites und Ermutigendes und — ab und zu — auch wirklich Ärgerliches und Dummes. So wird diesen Sommer etwa Jean-Paul Sartre zitiert, gleich mehrmals mit dem Spruch: „Der Mensch ist nichts anderes, als wozu er sich macht“. Abgesehen von der fragwürdigen Persönlichkeit des Linksextremisten Sartre ist die Aussage theologisch falsch. Man könnte solcherart also zur Auffassung gelangen, das erzdiözesane Radio verbreite Häresien. Leider kein Einzelfall. „Wenn sich die Meisten schon armseliger Kleidung schämen, wie sehr sollten wir uns dann erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen?“ Eine sehr bedenkenswerte Sentenz; bedauerlicherweise von Einstein, dessen eigene weltanschauliche Ideen eher dürftig gewesen sind. Auch an Zitate von Freud und Brecht erinnern wir uns, nicht gerade große Wegweiser Christlichen Denkens. Es gibt auch viel Erfreuliches: so, nur ein Beispiel von mehreren, die genialen Musikinterpretationen des Bayern Stephan Miekisch. Und besonders Befremdliches: die über das Jahr verteilten, immer wiederkehrenden Werbungen für den „Standard“, den man wohl unter die klar kirchenfeindlichen und antirömischen Presseerzeugnisse in Europa einreihen darf. Und dann erst die Nachrichten: So erfreut man etwa die Zuhörer am 19.8.2008 mittags mit der Verkündigung der Botschaft, daß das „Liberale Forum“ die nötigen Unterschriften beisammen habe, um bundesweit zur Nationalratswahl antreten zu können. Der (nunmehr auch schon abgetretene) Parteisprecher wird zitiert, daß seine Fraktion „auf extrem positive Resonanz“ gestoßen sei und in allen Bundesländern fast doppelt soviel Unterschriften habe, als benötigt. Wir erinnern uns keiner ähnlich detaillierten (und enthusiastischen?) Meldungen über, beispielsweise, die ebenfalls problemlos alle nötigen Unterschriften gesammelt habende Fraktion der „Christen“, die immerhin — sehr im Unterschied zu den Liberalen — mit religiös fundiertem Programm aufgetreten ist. „Radio Stephansdom“ scheint uns solcherart in sehr authentischer Weise ein Spiegel der Politik von Erzbischof Schönborn zu sein. Und diese Politik halten wir für fragwürdig. Es gibt dazu eine Anmerkung in der Heiligen Schrift, die wir Eminenz (und durchaus auch uns selbst) in Erinnerung rufen möchten: Offenbarung 3,15-16. Zehn Jahre „Radio Stephansdom“ — man würde gerne uneingeschränkter gratulieren können.

Meinungsfreiheit

Dem Lebensschützer sind sie wohlvertraut, die Methoden, die zur Anwendung gebracht werden, wenn es darum geht, Meinungsfreiheit möglichst effizient und nachhaltig immer dann abzustellen, wenn Personen jene Freiheit in Anspruch zu nehmen gedenken, die sich etwa gegen die etablierten Gesinnungsvorgaben wenden. Das polizeiliche „Wegweisrecht“ gegen die sich vor den einschlägigen Abtreibungs-Schlachthöfen artikulierenden Abtreibungsgegner sei hier an erster Stelle genannt. Hingegen wird in der Bananenrepublik der aus Steuergeldern stets umfassend geförderten Linken jederzeit und gerne Meinungsfreiheit ohne Grenzen eingeräumt, wie Beispiele mannigfaltig belegen. Da ist es uns nun ein Anliegen, beispielsweise näher auf jene Demonstration einzugehen („Free-Parade“), die sich am Nachmittag des 5. Juli 2008 auf der Mariahilfer Straße in Wien abspielte. Zunächst waren zahlreiche Polizeiwachebeamte und Polizeifahrzeuge am Ort versammelt, wobei der diensthabende Offizier der besorgten Bevölkerung allerdings keine näheren Auskünfte zum bald statthabenden Geschehen geben konnte oder wollte. Dann rollten die ersten Lastwagen, „vollgestopft mit Lautsprechern“ vom Gürtel her in Richtung Innenstadt, bereits dröhnende Beschallung durch zeitgenössische „Musik“ durchführend. „Der Lärm war so gewaltig, daß die Fensterscheiben der anliegenden Häuser klirrten und Kunden und Gäste in Panik aus den Geschäftslokalen flüchteten“, wie in schriftlicher Sachverhaltsdarstellung von Augenzeugen berichtet wird. „Nun erfuhren wir auch das Anliegen der Demonstranten: Freie Liebe, freie Techno-„Musik“, Straffreiheit für Haschischkonsum, Freiheit für alle linken Genossen, die derzeit einsitzen.“ „Unsere Beschwerden, man möge diesen höllischen Radau endlich abstellen, wurden von den Beamten mit einem Achselzucken abgewiesen“, wie es weiter heißt. Die Polizei gab zur Antwort, daß man nicht einschreiten könne, da die Demonstration ordnungsgemäß angemeldet und auch genehmigt worden sei. Ziehen wir also einen Vergleich: eine betende Menge von etwa dreihundert Personen vor der Abtreibungslokalität am Fleischmarkt in Wien (die Linke spricht da gerne von „Gebetsterror“) veranlaßte vor rund zehn Jahren die Polizei sehr wohl zum sofortigen Einschreiten und zu wiederholten Versuchen, die ordnungsgemäß angemeldete und genehmigte Versammlung fernzuhalten beziehungsweise aufzulösen. Ein Zug von etwa tausend grölenden Linksanarchisten hingegen, auf einer der Hauptgeschäftsstraßen der Stadt für zwei Stunden der Hauptgeschäftszeit rote und schwarze Fähnlein schwingend und Krawall-Terror ausübend, gibt trotz zahlreicher Beschwerden von Anrainern, Kunden und Geschäftsleuten keinen Grund zum Einschreiten der Polizei. An sich könnte man zur Auffassung gelangen, daß die zuständige Behörde, also die Bundespolizeidirektion Wien, verpflichtet wäre, im Sinne aller Staatsbürger abzuwägen, ob und wo derartige Aufläufe zumutbar sind. Es hätten sich ja auch die Donauinsel angeboten oder die liebliche Per-Albin-Hanson-Siedlung oder der Gürtel vor dem Westbahnhof. Nein, es mußte die Mariahilfer Straße sein und maximale Bürgerbelästigung. Die Bundespolizeidirektion beruft sich bei der Verteidigung ihrer Praxis der Handhabung von Demonstrationen gerne auf die Judikatur des Verfassungsgerichtshofes, wie man hört, die das hohe Recht der Demonstrationsfreiheit entschieden zu schützen vorgibt. Aber gerade diese Judikatur bleibt uns andererseits Erläuterungen zur „Berechtigung“ jener engagierten polizeilichen Ungleichbehandlung von Demonstrationen schuldig, die auffällig häufig dann auftritt, wenn es um die Wahrung der Geschäftsinteressen der Abtreibungs-Lobby geht. Die weniger fortschrittlichen Interessen der normalen Bürger sind da hingegen nicht so wichtig beziehungsweise anscheinend völlig uninteressant.